Ein Netzwerk für 300 Teilnehmende planen, einrichten & nachweisen
Subnetz & IP planen
Du wählst Subnetzmaske & IP-Bereich und begründest deine Wahl
Router konfigurieren
Du richtest SSID, WLAN-Sicherheit, LAN-IP & DHCP ein
Funktion nachweisen
Du testest den Internetzugang und dokumentierst alles
Die PHST richtet eine Fachkonferenz mit 300 Teilnehmenden aus. Ihr seid das IT-Team und sollt das Konferenz-WLAN aufsetzen. Ihr bekommt einen Router gestellt, den ihr nach den unten genannten Kriterien konfiguriert. Anschließend dürft ihr ihn ans Internet anschließen und prüfen, ob alles läuft.
Nutzbare Hosts pro Subnetz
| CIDR | Maske | Hosts |
|---|---|---|
| /24 | 255.255.255.0 | 254 |
| /23 | 255.255.254.0 | 510 |
| /22 | 255.255.252.0 | 1022 |
| /21 | 255.255.248.0 | 2046 |
Formel: nutzbare Hosts = 2Host-Bits − 2 (Netz- & Broadcast-Adresse abziehen)
Private IP-Bereiche (RFC 1918)
Denk dran: Pro Person ≈ 2–3 Geräte (Handy, Laptop, Smartwatch) → 300 Personen ≈ 600–900 Geräte!
Bevor ihr etwas anklickt: Legt auf dem Protokoll fest, was ihr konfiguriert – und warum. Die Begründungen sind der wichtigste Teil dieser Übung.
Achtung – SSID mit den anderen Gruppen absprechen! Jede Gruppe braucht einen eindeutigen Namen. Gleiche SSIDs im selben Raum führen zu einem Clash: Geräte verbinden sich mit dem falschen Netz und die Konfigurationen geraten durcheinander.
Subnetzmaske: Ein /24 bietet nur 254 Hosts → zu wenig. Bei 300 Personen mit je 2–3 Geräten braucht ihr Platz für ~600–900 Adressen. Gute Wahl: /22 (255.255.252.0) = 1022 nutzbare Hosts, mit Reserve. /23 (510) ginge nur, wenn man mit ~1 Gerät/Person rechnet – riskant.
IP-Bereich: Ein privater Bereich (RFC 1918), weil diese Adressen nicht im Internet geroutet werden und der Router per NAT übersetzt. Beispiel: 10.10.0.0 /22 → nutzbar 10.10.0.1–10.10.3.254, Broadcast 10.10.3.255.
DHCP: Pool z. B. 10.10.0.20 – 10.10.3.250 (Anfang für statische Geräte wie Router/APs freihalten). Lease-Time kurz halten (z. B. 1–2 h): Bei einem Event kommen/gehen viele Geräte → freie Adressen werden schneller wieder vergeben.
Ausfüllen (digital oder ausgedruckt) und mit den Screenshots gemeinsam als PDF abgeben.
Gruppe / Namen
SSID
Netz-Adresse (IP)
Subnetzmaske (+ CIDR)
Anzahl nutzbarer Hosts
WLAN-Verschlüsselung
DHCP-Bereich (von – bis)
Lease-Time
Begründung Subnetzmaske (warum reicht /24 (nicht)?)
Begründung IP-Wahl (warum dieser private Bereich?)
Ping phst.at erfolgreich?
Zusatzgerät (Aufgabe 4)
Setzt eure Planung am Router um. Ruft dazu die Weboberfläche des Routers auf (Adresse & Standard-Login stehen meist auf der Geräte-Unterseite).
Screenshot von jeder wichtigen Konfigurationsseite machen (siehe Abgabe).
Steckt das WAN-Kabel (Internet) am Router an. Sobald euer Gerät online ist, beweist ihr die Funktion mit einem Ping:
Kommen Antworten zurück (Zeiten in ms), funktioniert die Kette Gerät → WLAN → Router → NAT → Internet → DNS. Macht davon einen Screenshot (das erfolgreiche Ping-Ergebnis ist euer Funktionsnachweis).
Wenn der Ping scheitert: Habt ihr eine IP per DHCP? Ist ein Default Gateway gesetzt? Funktioniert die DNS-Auflösung (testweise ping 1.1.1.1 – klappt das, aber phst.at nicht, ist es ein DNS-Problem)?
Fasst alles in einem PDF zusammen und ladet es hoch:
Tipp: Screenshots einfach in ein Dokument einfügen und als PDF exportieren – kein Schönheitswettbewerb, es zählt der Nachweis.
Fertig & alles läuft? Dann sucht euch ein beliebiges Netzwerkgerät aus dem Fundus aus und nehmt es in Betrieb. Dokumentiert kurz, was es tut und wie ihr es konfiguriert habt.
Netzwerk über die Stromleitung. Ein Adapter per LAN an den Router, der zweite in eine Steckdose im „Nebenraum". Mit der Pair-Taste koppeln.
Test: bekommt ein Gerät am 2. Adapter eine IP & Internet?
Verlängert das WLAN. Per WPS oder Weboberfläche mit eurer SSID verbinden.
Reflexion: Warum halbiert ein einfacher Repeater den Durchsatz? (→ Skriptum 15)
Zweiten Router als AP nutzen: DHCP aus, LAN-IP im selben Subnetz, LAN-zu-LAN verkabeln, gleiche SSID, anderer Kanal (1/6/11).
So baut man echte Mehr-AP-Netze – wie für 300 Leute nötig!
In dieser Übung konfiguriert ihr einen Router – in der Realität wäre das für 300 Personen völlig unmöglich. WLAN ist ein geteiltes Medium (CSMA/CA): Hunderte Geräte müssten sich die Airtime einer Funkzelle teilen → das Netz bricht zusammen. Echte Konferenz-WLANs brauchen viele Access Points mit sauberer Kanalplanung (1·6·11 auf 2,4 GHz, viele Kanäle auf 5 GHz), High-Density-Design und Wired Backhaul. Die IP-Planung (Subnetz für ~900 Geräte!) habt ihr aber genau richtig gemacht.